@Hidden Cash – Schnitzeljagd 3.0

 

Die Geschichte klingt ein wenig wie ein Märchen. Ein amerikanischer Millionär versteckt Geld und ruft Menschen per Twitter dazu auf, den Schatz zu finden. Schnitzeljagd 3.0 oder sehr geschicktes Guerilla-Marketing mit Gaming-Charakter? Hinter dem edlen Spender verbirgt sich der Immobilienmakler Jason Buzi.

Der Ort, wo alles begann, ist San Francisco. Und wie so oft, kommt die revolutionäre Idee auch diesmal über den großen Teich. In die Hauptstadt. Die Folge: Ganze Horden von Schatzsuchern durchkämmen den Berliner Tiergarten auf der Pirsch nach insgesamt 1.500 Euro, verteilt in kleine 50- und 100-Euro-Häppchen. Nach 24 grünen Umschlägen sollen sie suchen, rund um den Goldfischteich an Parkbänken, Steinen, Mülleimern und in einem kleinen Häuschen. So hatte es Buzi über seinen Twitter-Account unter @HiddenCash verkündet.

Profibild des Twitter Accounts

Profilbild des Twitter-Accounts

Und warum betreibt er so viel Aufwand statt sein Geld einfach einem guten Zweck zu spenden? „Mir geht es finanziell gut, also wollte ich etwas zurückgeben. Für mich ist es viel schöner, wenn ich sehen kann, wie meine Geldgeschenke das Leben anderer verändern. Sie bedanken sich mit Fotos oder schreiben mir“, sagt der 43-Jährige, der im Handumdrehen einen wahren, Berlin übergreifenden Suchwahn auslöste. „Großartig! Du hast es gefunden! Tweet Foto mit! Wir lieben Berlin!“ heißt es auf den Gewinnerumschlägen. Die glücklichen Finder leisten brav Folge und twittern ihre Selfies.

Brillante Werbemaßnahme

Kritik wird nicht nur laut, weil die Geldsucher im Tiergarten nicht ganz so sensibel mit den Pflanzen umgingen, sondern auch, weil keiner so recht glauben mag, dass Buzi sein Geld tatsächlich aus reiner Philanthropie unter die Leute bringt, die dann freudestrahlend ihre Bildchen mit dem einer breiten Masse präsentieren. Er könne ja auch Spielzeug statt des schnöden Mammons verstecken oder andere nützliche Dinge, so die Vorschläge der auf den Plan gerufenen Skeptiker im Netz. Eines jedoch ist sicher. Mit dieser Aktion hat Buzi sich nun auch in Deutschland ein kleines Denkmal gesetzt. Sein Name wandert mit Gutmensch-Image versehen durch die Medien und brennt sich ins Gedächtnis. In Amerika kauft er Häuser unter Marktwert, saniert sie und verkauft sie Gewinn bringend weiter. Vielleicht möchte er nun auch den Berliner Markt erobern und nutzt die Schnitzeljagd als reine Werbeplattform.

Allerdings sei ihm zugestanden, dass er dabei sehr innovativ und kreativ vorgeht. Denn hier gibt es für das rasend schnelle Verbreiten des Marken-Namens bares Geld – für einige zumindest. Und wer ganz edel und nicht zu Werbezwecken eingesetzt werden möchte, könnte seinen Gewinn einfach einem guten Zweck spenden. Theoretisch zumindest!

 

Ein Blogbeitrag von Ute Korinth
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Ute Korinth