Herausforderung der Suchmaschinenoptimierung

Ein Bericht von Prof. Dr. Peter Vieregge

"Guten Tag mein Name ist Hase, ich bringe sie auf Platz eins..."

So ähnlich fangen tausende von Mails und Telefonaten täglich zum Thema Suchmaschinenoptimierung in Deutschland an.

Herr Neumann* (Name der Redaktion bekannt), Geschäftsführer eines mittelständischen Industrieunternehmens aus dem Sauerland, kommt mit der hilfreichen Agentur* ins Gespräch. Er kauft zwei Leistungen ein, einmal etwas zum garantierten ersten Platz bei bestimmten Suchbegriffen sowie „ad words“-Anzeigen. Hier zwei Beispiele von dem, was danach passieren kann.

Bei „ad-words“ werden 10.000 € im Monat investiert, um Anzeigen zu schalten. Die Summe war tatsächlich so hoch. Zunächst läuft auch alles prima. Im Laufe der Zeit fällt auf, dass man keinen Überblick darüber hat, wie viel von den 10.000 € tatsächlich in Anzeigen investiert werden.  Natürlich muss das Management der Anzeigen bezahlt werden. Es sollte aber Klarheit darüber herrschen, ob 500 € oder 2.000 € vom 10.000 € Budget in die Anzeigen fließen.

Der Anbieter stellt zwar ein eigenes Cockpit mit Kennzahlen bereit, dies ist aber nicht das Original-Cockpit von Google. Auch hat das Unternehmen keinen Zugriff auf das Original-Konto, was somit als Faustpfand verwendet werden kann. Eine Kündigung ohne Zugriff auf das Original-Konto bedeutet, alles neu aufbauen zu müssen.

Das nächste Problem tritt bei den garantierten Suchbegriffen auf. Es ist kein Problem mit exotischen Suchbegriffen oder Suchbegriffskombinationen wie Rhein-Main-Donaudampfschifffahrtskapitän auf Platz eins in Google zu kommen. Auch der 1. Platz bei „Kostümverleih Vieregge Iserlohn“ sieht nach gut aus, bringen aber wenig, trotz der Fachbegriffe darin. So können Neukunden nicht suchen und wer so sucht, dem ist das Unternehmen wohl schon bekannt.

Was dem Unternehmen nicht klar war: interessant sind vordere Platzierungen nur, wenn Begriffe auch häufig genug gesucht werden. Den Platz eins innezuhaben bei Suchbegriffen die keinen interessieren, bringt auch keinen Nutzen. Der Vertrag mit der Agentur war damit aber erfüllt.

 

Vorsicht Falle!

Worauf ist beim Einkauf von Dienstleistungen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung zu achten?

  • Wenn Ihnen versprochen wird, dass der 1. Platz in Google einfach und schnell geht, sollten Sie skeptisch werden.
  • Auch wenn sich angebliche Google-Partner melden, gerade im Auftrag von Google, ist Vorsicht geboten. Google beauftragt niemanden.
  • Wenn Agenturen sich melden, die viel Wissen über Ihre Internetseite haben, muss Ihnen klar sein, dass die Beschaffung dieser Informationen kein Problem ist. Daraus ist nicht abzuleiten, dass hier Experten anrufen.

 

Schon selbst so was erlebt?

Melden Sie uns Ihre „schönsten“ Fälle, wir bauen daraus nach und nach eine Checkliste, damit Sie die schwarzen Schafe von den vielen guten und seriösen Agenturen unterscheiden können.

 

Text: Prof. Dr. Peter Vieregge